Testbericht: PURiNO (Köln-Mülheim)

In Köln-Mülheim gibt es nur türkische Restaurants und kaum kulinarische Highlights? Das stimmt vielleicht teilweise, aber doch nicht ganz! Denn ein paar Lokalitäten haben sich doch in den Stadtteil auf der Schäl Sick verirrt und die wollen natürlich für euch getestet werden. Gestern waren wir also im italienischen Restaurant PURiNO und haben ordentlich geschlemmt.

Adresse & Ambiente

Das PURiNO befindet sich in der Schanzenstraße 6-20, inmitten des Mülheimer Schanzenviertels, das für seinen Industrie-Schick bekannt ist. Unweit der berühmten Keupstraße, neben dem Schauspiel Köln und dem begrünten Carlsgarten, in dem es sich im Sommer wunderbar neben Rosmarin-bepflanzten Blumentöpfen bei einer Schorle entspannen lässt, steht das sogenannte Gebäude 200, in dem sich das PURiNO niedergelassen hat. Eine große Terrasse mit modernen, geradlinigen Holzmöbeln schließt an das Gebäude mit Loftcharakter an.

Öffnungszeiten

Geöffnet hat das PURiNO Montag bis Freitag von 11 bis 22 Uhr und am Wochenende zwischen 17 und 22 Uhr.

Die Speisekarte findet ihr aktualisiert auf der Website des Restaurants und abfotografiert als PDF hier: PURiNO-speisekarte

Pizza, Pasta, Amore?

Von der klassischen Steinofenpizza über Pasta bis hin zu Antipasti und den typischen Desserts (oder wie man in Italien sagt: dolci) bietet das PURiNO alle italienischen Spezialitäten, die man sich von einem ristorante italiano erwartet. Die umfangreiche Karte verspricht außerdem einige besondere Twists und liest sich recht fein: Von „Wildschweinragout“, „Chardonnaysauce“ und „mit Meersalz und einem Schuss Weißwein“ abgerundeten Speisen ist hier die Rede. Da macht unser kulinarisches Herz einen Sprung. Die Preise bewegen sich dementsprechend im mittleren bis gehobenem Bereich. Doch spiegelt sich dieses gewisse Etwas wirklich auch auf dem Teller wieder?

Wir stoßen bei sommerlichen Temperaturen mit Himbeer-Rosen-Limonade an und kosten dazu von den Vorspeisen: Tuffo di Aglio (Knoblauchdip mit frischem Steinofenbrot, 3,90 €) und Antipasti di Verdure (in Olivenöl gegrilltes Gemüse aus Champignons, Zucchini, Paprika, Karotten und Broccoli, 7,70 €) kommen auf den Tisch. Der Dip schmeckt schön nach Knoblauch, das Gemüse ist knackig-frisch und simpel gewürzt. Die Vorspeisen halten, was sie versprechen.

Beim Hauptgang sieht es leider anders aus. Wir probieren die Ravioli con Fichi e Formaggio (Hausgemachte Ravioli, gefüllt mit gebratener rote Paprika, Ziegenkäse, Feigen und Ricotta, verfeinert mit einer cremigen Gorgonzola-Walnusssauce und belegt mit frisch gehobeltem Grana Padano D.O.P, 11,50 €).

Dazu die Pizza Bufala di Parma e Rucola (Tomatensugo, original italienischer Büfelmozzarella, frisches Basilikum, abgerundet mit Olivenöl und belegt mit hauchdünnem Parmaschinken und Rucola-Blättern) sowie die Pizza Tutto (Tomatensugo, Mozzarella, pikante Salami, gekochter Schinken und Champignons).

 

Die Pizzen sind wirklich groß, der Boden ist schön dünn und knusprig, der Belag frisch und geschmacklich gut. Aber: ein besonderes Geschmackserlebnis, wie die Karte es verspricht, wird einem hier nicht geboten. Dafür sind die Kostenpunkte von jeweils 11,90 € und 11,50 € für die Pizzen dann auch recht deftig. Die Ravioli haben uns leider etwas enttäuscht: der Teig zu dick, die Füllung geschmacklich unausgewogen und mit der gebratenen Paprika, der dominanten Süße der Feige und dem für unseren Geschmack zu leisen Gorgonzola nicht stimmig.

Fazit: Ein italienisches Restaurant mit moderner Loft-Atmosphäre und solide bis gut schmeckenden Gerichten. Aber der besondere kulinarische Twist, den die Karte in Aussicht stellt, hat unserer Meinung nach gefehlt!

 

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